Lust auf Magisches?

9783944276052

Knoten im Seil

Bilder und Geschichten aus der magischen Welt

ist am 24. Oktober 2015 erschienen.

Wie alles begann:

Der Maler Eberhard Marx kam eines Tages zu mir mit der Frage, ob ich mir vorstellen könne, kurze Texte zu seinen Bildern zu verfassen. Keine üblichen Bildbeschreibungen, keine konventionellen Katalogtexte, eher eine Art Übersetzung seiner magischen Welt ins Literarische. Ich war skeptisch. Wie sollte das gehen? Und dann passierte das Ungeheuerliche: Plötzlich saß ich jeden Morgen am Küchentisch, kroch in die Bilder, rang mit ihnen und schrieb aus der Tiefe meiner existentialistisch geprägten Seele. Das Ergebnis: Perspektiven der Wahrheit, scheinbare Dialoge zwischen dem Protagonisten M. und einer weiblichen Stimme, absurde Weltsichten.

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Buchvorstellung „Knoten im Seil“

Am Sonntag, dem 13. Dezember wurde in der Galerie Rosemarie Bassi in Remagen das Buch „Knoten im Seil“ von Eberhard Marx (Bilder) und P. Katharina Thölken (Texte) vorgestellt. Die Resonanz beim Publikum war wundervoll.

Rosemarie Bassi und Autorin P. Katharina Thölken    Autorin und Sprecherin P. Katharina Thölken

 

Thölken und Marx   Thölken signiert

Leseprobe aus „Ich mach mir mein Geld, wie es mir gefällt“

Geld_Mund

Der Senf zu Erlesenem

Das Titeldilemma bringt uns unmittelbar zu unserem nächsten Thema, in dem es nämlich um Bücher geht, vor allem um solche, die allein schon wegen ihres schlagkräftigen Titels Aufmerksamkeit erregen. Immer wieder kommen Werke auf den Markt, bei denen nicht nur Titel, sondern auch Inhalte die Wellen höher schlagen lassen. Thilo Sarazzin hat mit seinem Dossier Deutschland schafft sich ab ebenso einen Skandal ausgelöst wie Charlotte Roche mit ihrem Roman Feuchtgebiete. Wo die Fetzen fliegen, sind Vertreter aller Meinungsrichtungen ebenso wie solche, die sich einfach nur an der Debatte ergötzen, nicht weit.

Da steckt doch eine super Geschäftsidee drin. Dafür greifen wir die im akademisch-literarischen Bereich bekannte Form der kommentierten Werke auf. Nur, dass es hier nicht um hochwissenschaftliche Analysen bedeutender Literaturen in großen Berliner oder Frankfurter Ausgaben geht, sondern ganz einfach um Bestseller, die heftige Kontroversen auslösen. Zumindest schlagen wir vor, damit anzufangen. Letztlich lässt sich die Idee bis hinunter zum Groschenheftchen umsetzen.

Die anfänglichen Gedankenspielereien mit einem, vielleicht sogar kunstvoll gestalteten, Overlay, das ausschließlich Kommentare enthält und zwischen die Buchseiten eingelegt werden kann, haben wir schnell ad acta gelegt zugunsten eines anderen Modells, das zeitgemäßer und weniger umständlich daherkommt: Das kommentierte eBook[1]. Dabei müssen nicht einmal die Lizenzen für das Originalwerk erworben werden, sollten die Verlage nicht selbst die Idee aufgreifen. Wird das eBook mit einem Plug-In für Kommentare ausgerüstet, können diese ganz einfach später erworben und nachgeladen werden. Mit der kommentierten Ausgabe lässt sich eine weitere Verkaufswelle (neben Hardcover, eBook und Taschenbuch) nach dem Erscheinungstermin einleiten.

Kommentatoren zu finden, dürfte das geringste Problem sein. Eine Honorierung ihrer Arbeit ist sicherlich kein Problem, denn das kommentierte eBook findet garantiert reißenden Absatz. Viele Sendungsbewusste geben sicherlich sogar kostenlos ihren Senf zu so manchem Buch, so wie sie es für Zeitungen, Magazine und Rundfunksender auch tun. Sei es, weil das Buch ein Thema behandelt, für das sie besonders kompetent sind, sei es wegen der möglichen Selbstdarstellung oder um sich gegen Inhalte zu wehren. Bei Werken, die besonders heftig diskutiert werden, sollten Verlage darüber nachdenken, Kommentare Einzelner unabhängig voneinander anzubieten. Ansonsten wäre eine Sammlung verschiedenster Kommentatoren höchst interessant. Hersteller von eBook-Readern sind also aufgerufen, die Kommentarfunktion einzubauen und Verlage, sich Gedanken zum Geschäftsmodell zu machen.

Wir bestellen jetzt schon ein kommentiertes eBook von

  • Ex-Papst Benedikt zu Feuchtgebiete von Charlotte Roche
  • Angela Merkel zu Fifty Shades of Grey
  • Alice Schwarzer zu Das Eva-Prinzip von Eva Hermann
  • Josef Fritzl zu 3096 Tage von Natascha Kampus
  • Günther Grass zu Alte Herzen rosten nicht von Rosamunde Pilcher
  • Peer Steinbrück zu Der neue große Knigge von Franziska von Au und Christian Weiss
  • Ex-Minister Guttenberg zu Das Wissenschaftsplagiat von Volker Rieble
  • Helene Hegemann zu Eine unoriginelle Literaturgeschichte von Philipp Theison
  • Uli Hoeneß zu 1000 ganz legale Steuertricks von Franz Konz

Eine Nachbemerkung zur Perzeption von eBooks, die noch einige Chancen für Verbesserungswütige bietet: Am Markt finden sich verschiedene Software-Produkte, mit deren Hilfe sich Blinde, Lesefaule und andere Sehbehinderte das eBook vorlesen lassen können. Stimme und Geschwindigkeit sind zum Beispiel individuell einstellbar. So weit so gut. Nur leider hapert es an manchen Stellen noch mit der hörgerechten Umsetzung und es kommt beispielsweise zu so fantastischen Hörereignissen, dass die elektronische Stimme bei diesem Textereignis:

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gefühlte 2.000 Mal das Wort „Unterstrich“ vorliest.

Wir schlagen Wikiread vor, wo alle eBook-Hörer gemeinsam an der Verbesserung des Vorlesens arbeiten.

Unter fremder Flagge segeln

Überall im Film und in der Literatur begegnen wir dem Phänomen der Fortsetzung. Dem Faust I folgte der Faust II, Star Trek 1 folgten 5 weitere komplette Staffeln mit insgesamt 726 Episoden. Nicht immer ist der „Macher“ der Erstausgabe auch der Urheber der folgenden. Interessant wird es, wenn ein berühmtes Werk zu eigenständigen Fassungen in gänzlich neuem Rahmen anregt. So schrieb Gottfried Keller beispielsweise seine berühmt gewordene Novelle Romeo und Julia auf dem Dorfe. Unnötig zu sagen, wo er seine Inspiration hernahm.

Da lohnt es sich vielleicht, einmal tief in die Schatzkiste der Literatur und nach berühmten Titeln zu greifen. Oder nach populären zeitgenössischen Titeln. Das muss dann ja keine Fortsetzung sein, es könnte auch eine Übertragung auf andere Gebiete, eine Persiflage oder ähnliches sein. Und dann fröhlich drauflos schreiben. Für Schlagzeilen könnten folgende Werke sorgen:

  • Mein Kampf 2 (Lebensgeschichte eines Friedensaktivisten)
  • Feuchtgebete (über die unerfüllten Sehnsüchte eines Mannes)
  • Der Name der Rose 2 oder Der Name der Orchidee (Gärtnerbuch)

Ein Tipp: Die Urheberrechte laufen 70 Jahre nach dem Tod ab. Alte Titel zu übernehmen dürfte also kein Problem sein, bei zeitgenössischen Werken reicht ggf. eine kleine Änderung, um Rechtsstreitigkeiten aus dem Wege zu gehen. Genial ist es natürlich, wenn man einen Gegenentwurf zu einem bereits verfassten Werk auf die Beine bringt, wie es Ernst Peter Fischer mit seinem Buch Die andere Bildung. Was man von den Naturwissenschaften wissen muss schaffte. Damit trat er in die großspurigen Fußstapfen von Dietrich Schwanitz Bildung. Alles was man wissen muss und machte gleichzeitig seine Kritik am Schwanitzschen Bildungskanon, der die Naturwissenschaften komplett außen vor ließ, deutlich. Kompliment, Herr Fischer. Zumindest marketingtechnisch bravourös.

Und wenn wir schon dabei sind, uns mit fremden Federn zu schmücken, können wir das bewährte Konzept auch auf andere Kunstbereiche übertragen. Findet jedenfalls Ottic. Er denkt da natürlich sofort an sein Spezialgebiet: Musik. Wie wäre es, klassische Werke der Musik fortzuschreiben oder neu zu komponieren und die Wucht altehrwürdiger Titel zu nutzen, als da wären: Die kleine Nachtmusik 2, Eroica heute oder Das wohltemperierte Klavier der Avantgarde?

Sollten Sie zu den wenigen gehören, die in der Lage sind, einen solchen Vorschlag umzusetzen, sprich ein adäquates Werk zu komponieren, dann sollten Sie vielleicht nur meinen folgenden profanen Einwand bedenken (sorry Ottic, aber das kann ich nicht unerwähnt lassen): Wird Google Ihr Werk finden oder womöglich erst auf Platz 1.588 nach dem berühmten Vorgänger platzieren?

[1] Die Domain www.kommentierte-ebooks.de ist natürlich reserviert und zu verschenken.

Leseprobe aus „Knoten im Seil“

Bilder und Geschichten aus der magischen Welt

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„Frieden ist ein Tuch, gesponnen aus klebrigen Fäden“, sagte M., während er über der Wüste balancierte. Das Seil unter seinen Füßen spannte sich bei seinen Worten ein wenig straffer. „Du hängst es hoch aus dem Fenster und was passiert? Es fängt die Fliegen ein.“ Der Baum, an dessen abgestorbenem Arm das Tau befestigt war, ächzte, und die Fabrik in seinen Eingeweiden ließ ihre Räder ein wenig schneller drehen. Heiße Luft kroch über den Boden, hüllte die Schlafenden in ihren Häusern in wohlige Träume.

„Es muss nur lange genug halten“, antwortete die Spinne vom Turm herüber und begann emsig die Löcher im Netz auszubessern, das schwarze Festmahl vor Augen. In der Mauerspalte verschmolz der Gecko mit der Wand und leckte sich die Lippen. Der frühe Morgen goss sein rostiges Licht über das Land, die Maschinen liefen zu Hochtouren auf. Als der Strick riss, bliesen Fanfaren zum Sturm.

 

Eine Zeitzeugin erzählt

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v. l. n. r.: Leonie Biallas, Edith Lerch, P. Katharina Thölken

 

Traumatische Ereignisse prägen die Erinnerungen von Leonie Biallas im letzten Kriegsjahr. Sie beschreibt sie in ihrem Buch „Komm Frau, raboti“. Auch das folgende Jahr, in dem ihre Familie aus Breslau vertrieben wird und irgendwo im unbekannten Niedersachsen neu Fuß fassen muss hat es in sich. Die Ereignisse schildert sie in „Und immer wieder Quakenbrück“.

Am 15. April stellte Leonie Biallas gemeinsam mit mir Auszüge aus beiden Büchern im Löhrer Hof in Hürth vor und sprach mit einem sichtlich bewegten Publikum. Ihre Freundin Edith Lerch, ebenfalls Autorin und aus Quakenbrück, hielt die Laudatio.

Die Lesung wird auch im Rahmen der Bonner Lesereise am 21. August bei den Wahlverwandtschadten in Bonn, Heerstraße 177, um 19 Uhr stattfinden.

Ein Vorwort aus Newtopia

Die Pioniere der Sendung Newtopia auf SAT 1 brauchen dringend gute Geschäftsideen. Wir, die Autoren Gerd Höschen (Ottic), Volker Risse und ich Petra Katharina Thölken (und Verlegerin) haben ca. 130 clevere Ideen zum Überleben und fürs Geschäft in unserem Buch „Ich mach mir mein Geld, wie es mir gefällt“ zusammengetragen. Da liegt es nahe, ihnen ein paar davon zu präsentieren. Das haben wir gemacht. Und ihnen gleichzeitig den Vorschlag unterbreitet, ein Vorwort zu schreiben. Sie haben angenommen. Jetzt sind wir unglaublich gespannt, was dabei herauskommt. Sie sind inhaltlich frei, können also schreiben, was sie wollen. Unser Gespräch mit den Pionieren ist voraussichtlich am Montag, dem 20. April oder am Dienstag im Fernsehen zu sehen.

Das Buch ist noch bis Anfang Mai zum Subskriptionspreis von 15,00 Euro zu bestellen, danach zum regulären Preis.