Schund aus Kindermund

Bildquelle: EmmaN / pixelio.de

Wie können Eltern auf Fluchen und Beleidigungen ihrer Kinder reagieren?

Als ich meinen „Wahlenkel“ oder mein „Tageskind“ oder wie auch immer man den Jungen bezeichnen möchte, den ich an einigen Tagen in der Woche nach der Kita betreue, gestern abholte, fluchte er fast den ganzen Weg nach Hause und auch zu Hause begann er damit erneut, nachdem die ersten Spiele gespielt und er abgelenkt gewesen war. Es waren keine harmlosen Wörter, so wie auch uns Erwachsenen manchmal ein „Scheiße“ rausrutscht, sondern Lukas benutzte dabei sehr beleidigende Begriffe und andere hässliche Wörter und das etliche Minuten am Stück. Für mich war absolut nicht ersichtlich, warum er das tat. Es war – zumindest in meiner Anwesenheit – nichts vorgefallen, das mich dies als Reaktion hätte verstehen lassen. Ich beobachtete ihn eine Weile und stellte fest, dass seine Gefühlslage dabei offenbar schwankte: mal schien er dabei in Rage zu geraten, mal war es eher wie ein permanentes Gemurmel.

Ignorieren

Normalerweise ignoriere ich Wutausbrüche, die mit unflätigen Worten einhergehen. Und das empfehle ich auch den Eltern immer wieder. Denn jede Art Reaktion bestätigt zunächst einmal unschönes Verhalten wie Fluchen, Beleidigen und ähnliches. Ganz gleich ob Sie lachen oder schimpfen – das Verhalten hat Wirkung gezeigt. Aber in dieser Situation konnte ich nur anders reagieren, weil ich zwei Dinge weiß:

  1. Lukas weiß, dass derart heftiges Fluchen unangemessen ist, er wird von seinen Eltern immer wieder deswegen gemaßregelt.
  2. Lukas bekommt von mir viel Aufmerksamkeit in ganz „normalen“ Situationen, also beim Spielen, Essen und Reden.

Der Gebrauch unflätiger Worte kann ein Ausdruck dafür sein, dass ein Kind Aufmerksamkeit will. Sie sollten es also möglichst genau beobachten und versuchen herauszufinden, warum Ihr Kind so redet. Bekommt es die gewünschte Aufmerksamkeit dadurch, wird es weiterhin fluchen und beleidigen.

Fragen

Dieses Mal entschloss ich mich nachzufragen: Hast du dich geärgert? Die Antwort war ebenso überraschend wie aufschlussreich. Er antwortete schlicht mit „Nein!“. Viel mehr war aber leider in diesem Moment nicht aus ihm herauszubekommen, irgendwie waren wir dann beide durch etwas anderes schnell abgelenkt. Aber seine Antwort beschäftigte mich. Warum fluchte Lukas, wenn er sich nicht einmal geärgert hatte.

Wie ich aus meiner Erfahrung als Erzieherin weiß, steckt dahinter oft der Drang, das nachzuahmen oder auszuprobieren, was das Kind von anderen gelernt hat. Kinder beobachten andere Kinder, werden selbst von ihnen beleidigt, hören aber auch, wie ihre Eltern reden, insbesondere dann, wenn sie sich unbeobachtet fühlen. Da Fluchen und Beleidigen mit heftigen Emotionen einhergeht, sowohl bei denen, die das „ausspucken“, als auch bei den Adressaten, ist es für Kinder umso interessanter die Reaktionen zu sehen. Sie spüren oder wissen sehr genau, wie grenzwertig ein solches Verhalten ist und testen mehr oder weniger bewusst ihre Grenzen. Vor allem lernen sie von den „Vorbildern“, wie sie damit Druck ablassen, Frust loswerden oder Rache ausüben. Alles Reaktionen, die gesellschaftlich nicht gerade als akzeptabel angesehen werden.

Die Situation mit Lukas war unmittelbar danach wieder normal. Und das mag auch an der Frage gelegen haben. Denn sie holt das Kind unmittelbar von der emotionalen Ebene auf eine sachliche. Ich begebe mich als Erwachsene nicht auf die aggressive Ebene des Kindes und lasse mich nicht provozieren, reagiere womöglich gar mit den gleichen Mitteln oder zeige mich als jemand, der sich von den Worten angegriffen fühlt. Nein, ich frage ganz schlicht und bringe das Kind so dazu über seine Beweggründe nachzudenken. Zumindest aber innezuhalten. Gleichzeitig zeige ich ihm, dass es mir nicht egal ist, wie es sich fühlt und biete ihm die Chance sich mir mit seinen Nöten anzuvertrauen. Denn das gilt es im Hinterkopf zu behalten: Steckt hinter der unangemessenen Verhaltensweise eine Not des Kindes, z. B. ist es selbst während der Kitazeit auf diese Weise angegriffen worden?

Manchen Eltern werden jetzt sofort Situationen einfallen, in denen sie garantiert nicht nachfragen würden, z. B. wenn ihr Kind aufräumen soll und deswegen wiederholt ermahnt wird. Wenn es dann zu fluchen beginnt, fragen Sie als Mutter oder Vater natürlich nicht „Hast du dich geärgert?“, weil sie wissen, dass Ihr Kind in diesem Moment einfach keine Lust zum Aufräumen hat. Eine solche Frage wäre dann reine Ironie und würde das Gegenteil dessen bewirken, was ich anregen möchte.

Kein Warum!

Dennoch wage ich es für diese Situation einen Vorschlag zu machen, der Sie wahrscheinlich im ersten Moment irritiert. Aber dazu gleich. Zunächst noch eine Anregung zum richtigen Fragen. Beginnen Sie Ihre Frage nicht mit „Warum“. Es nötigt ihr Kind zu sehr, verlangt nach einer umfassenden rationalen Antwort und hört sich in vielen Fällen eher anklagend an. Damit überfordern Sie Ihr Kind in der emotional aufgeladenen Situation.

Der Sinn der Frage liegt eher darin, dem Kind ein Angebot zu unterbreiten, das ihm eine schnelle und leichte Möglichkeit bietet, sich wieder auf die übliche Ebene der Konversation zu begeben. Allein schon die Frage „Hast du dich geärgert?“ zu bejahen, also eine positive Äußerung von sich zu geben, macht es fast unmöglich anschließend mit dem Fluchen fortzufahren. Wenn Sie es testen, werden Sie feststellen, dass die meisten Kinder danach sehr geneigt sind, von sich aus zu erklären, was sie so verärgert hat.

Bestätigen

Erscheint Ihnen die Frage unpassend, weil Sie selbst Auslöser oder Gegenstand des Ärgers sind (z. B., weil Sie verlangen, dass das Kind aufräumt), dann hilft Ihnen vielleicht der folgende Vorschlag: Statt zurückzuschießen bestätigen Sie das Kind in seiner Wut, seinem Ärger oder Frust. Das Gefühl anerkennen bedeutet nämlich nicht, dass Sie auch anerkennen, dass Ihr Kind ihm in unangemessener Weise Ausdruck verschafft.

Das muss ich erklären. In unserer Gesellschaft ist es vielfach ein Tabu, Gefühle wie Ärger, Wut, Hass, Neid, Eifersucht usw. zu zeigen. Aber diese Gefühle sind menschlich, wir alle haben sie und tun gut daran, sie anzunehmen, wenn sie uns nicht krank machen sollen. Nur leider lernen wir selten, wie wir sie auf angemessene Weise annehmen können. Wenn Sie als Eltern in einer solchen  Situation Ihrem Kind sagen: „Du bist aber wütend!“ oder „Das scheint dich aber jetzt mächtig zu ärgern.“, dann bieten sie ihm damit eine Hilfe an. Es lernt nämlich zunächst einmal, was das für ein unangenehmes Gefühl ist, von dem es gerade beherrscht wird. Sie, seine Mutter oder sein Vater, kennen es. Das können Sie ruhig dazu sagen: „Ja, ich kenne das. Als ich so alt war wie du, habe ich immer ganz wütend mit den Fäusten um mich geschlagen.“ Sie werden sehen, wie dankbar Ihr Kind sein wird, da es sich nicht nur verstanden fühlt, sondern gleichzeitig lernt, dass es nicht als einziger Mensch so „unmöglich“ ist, dass sogar die wichtigste und unantastbare Person seines Lebens, mit den gleichen Problemen gekämpft hat. Weiterhin lernt es, dass es sagen kann, wenn es wütend oder verärgert ist. Sie machen vor, wie man das Gefühl benennt. Und wie schon die alten Weisen wussten: Das Fürchterliche verliert seinen Schrecken, wenn es beim Namen genannt wird.

Vorbildverhalten

Es versteht sich von selbst, dass Sie kein Verhalten bei Ihrem Kind bestrafen sollten, dass Sie selbst an den Tag legen. Beobachten Sie sich also selbst. Wie reagieren Sie in Momenten, in denen Sie sich wütend, beleidigt, verärgert, gemobbt, frustriert fühlen? Welche Ausdrücke benutzen Sie? Gibt es vielleicht sogar Spontanausdrücke, die Sie akzeptieren können, wie z. B. „Mist“? Erklären Sie ihrer Familie: „Ich bin jetzt echt sauer“? Wenn nicht, hilft es vielleicht Ihnen und Ihrem Kind, akzeptable Sätze und Begriffe einzuführen, damit sich unangenehme Gefühle Luft verschaffen können und Ihr Kind von Ihnen lernen kann, angemessen zu reagieren.

Gemeinsam schimpfen

Können Sie mit den bisherigen Vorschlägen noch nichts anfangen, dann ist für Ihre Familie vielleicht das gemeinsame Dampfablassen der richtige Weg. Der eignet sich übrigens auch für Situationen, in denen überhaupt kein Ärger, keine Wut oder dergleichen Gefühle da sind, sondern Kinder einfach einen Heidenspass daran haben, die Erwachsenen mit Fäkalausdrücken zu schockieren und sich dabei halbtot lachen. Lassen Sie sich nicht schockieren, sondern stimmen Sie ein und geschickt um. Sie wollen beim gemeinsamen Schimpfen ja keine unflätigen Begriffe verwenden, die Sie gerade aus dem Mund Ihres Kindes so schockieren. Daher ist Fantasie gefragt. Fordern Sie Ihr Kind zur gemeinsamen Schimpfonade auf, bei der es darum geht, neue Schimpfwörter zu finden, die noch niemand je benutzt hat und die ohne Arsch*, Kacka*, Pipi* und dergleichen auskommen. Als Anregung mag dazu das Schimpfonade-Gedicht von Hans Adolf Halbey dienen:

Du sechsmal ums Salzfass gewickelter Heringsschwanz!
Du viermal im Mehlpott gepökelter Krengeldanz!
Kropfbeißer, Kratzknacker, du hinkende Maus!
Sumpfdotter, Putzklopper, du zwickende Laus!
’ne Heulbeule biste, verdrück dich mit Soße!
Und ich geb‘ dir Quark mit Musik auf die Hose!
Du Giftwanstfresser, ich puste dich weg!
Und ich hol‘ meinen Bruder, der spuckt mit Dreck …
Ihr Kinder, wir müssen nach Hause gehn!
Och Mutti, wir spielen doch grad so schön!

Spätestens, wenn Sie gemeinsam über die Wortkreationen lachen, ist der Fluch-Spuk vorüber.

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Wie findest Du kindgerechte Bilder?

von Petra Katharina

Manche der Bilder sind uralt. So sind z. B. viele Figuren der Märchen und Mythen sogenannte Archetypen. Sie zu kennen und zu wissen, wofür sie stehen, ist hilfreich. Der König beispielsweise verkörpert Macht.
Andere Bilder sind in unserer Sprache versteckt. Man muss nur genau hinsehen oder –hören: Angst verursacht z. B. ein beklemmendes Gefühl. So kam mir das Bild von Klemmen in den Sinn, die das Angstmachende festhalten.
Andere Bilder entstehen intuitiv, sie sind Augenblickserscheinungen und einige habe ich von anderen übernommen, weil ich sie hilfreich fand.

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Ist es nicht eher von Nachteil, auch unangenehme Erinnerungen kurz vor dem Einschlafen wachzurufen?

von Petra Katharina

Für ein normales Gespräch mag das zutreffen, aber es ist die besondere Gabe der Meditation oder Fantasiereise, dass negative Erfahrungen angenommen und verarbeitet werden können. Der Abstand, mit dem sie betrachtet werden, macht es möglich zu sagen: Ja, so war das. So habe ich das erlebt, jetzt ist es vorbei und ich kann es loslassen. Die Identifikation mit den unangenehmen Gefühlen der Wut z. B. oder der Angst wird durch das Einnehmen der beobachtenden Position aufgelöst. Die Bereitschaft sie anzuschauen bedeutet Annahme. Wer sie wegdrückt, wird auf die ein oder andere Weise immer wieder mit ihnen konfrontiert. Das Kind verabschiedet sich bewusst von ihnen. Und die anschließende Erfahrung von Liebe, Leichtigkeit, Mut oder was gerade Thema der Fantasiereise ist, hat Raum, um sich zu entfalten.

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Warum benutzt du keine Bilder und Begriffe wie Engel oder Gott?

von Petra Katharina

Die Fantasiereisen sind sehr wohl ein spiritueller Weg, aber die genannten Begriffe sind mir zu sehr belastet oder besetzt. Der händchenhaltende oder beschützende Engel hat sicher seinen Reiz für das kindliche Vorstellungsvermögen. Da die Meditationen aber auch für Kinder bis etwa 12 Jahren angelegt sind, könnten sich manche abwehrend verhalten, weil sie bereits eine kritische Haltung gegenüber allen religiös anmutenden Begriffen eingenommen haben. Der spirituelle Weg ist nicht denen vorbehalten, die einer Religionsgemeinschaft angehören. Viele Eltern, die sich von der Kirche abgewandt haben, vermeiden alles, was daran erinnern könnte. Das führt zu einer spirituellen Verarmung. Tiefe Glückserfahrungen, Hingabe, Selbstliebe sind nur in der Verbundenheit allem was ist, im Einssein möglich. Für die Erfahrung dieses Einsseins müssen wir nicht „Gott“ oder andere religiöse Begriffe benutzen, es reicht für diese Erfahrung z. B. „die Natur“ zu bemühen. Damit kann sich jeder identifizieren, Kinder, Eltern, Religiöse, Nicht-Religiöse.

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Wie erklärst du die Wirkung der Fantasiereisen?

von Petra Katharina

Die wunderbare Wirkung von Fantasiereisen ist kein esoterisches Hirngespinst.

Bei der Entwicklung meiner Fantasiereisen in Zusammenarbeit mit Kindern konnte ich feststellen, dass

  • das Einschlafen wesentlich leichter und schneller gelang
  • sich das Allgemeinbefinden besserte und die Kinder insgesamt ausgeglichener waren
  • sich dadurch die Konzentrationsfähigkeit steigerte und positiv auf die schulischen Leistungen auswirkte.

Diese Erfahrungen stehen im besten Einklang mit der Forschung. Denn es gibt wissenschaftliche Erkenntnisse darüber,

  • dass Schlaf die Erinnerung an Positives fördert (Effects of Sleep on Memory and Reactivity for Positive Emotional Pictures,” by Rebecca Spencer et al.,)
  • dass ausreichender Schlaf generell dazu führt, Eindrücke zu verfestigen und Gelerntes zu sortieren.
  • dass Lernen kurz vor dem Einschlafen den größten Effekt auf das Erinnerungsvermögen an die Lerninhalte hat. (News)

Diese Erkenntnisse werden bisher vor allem zur Verbesserung der schulischen Leistungen verbreitet. Außerdem gibt es zahlreiche Untersuchungen über die Wirkung von Visualisierungen auf den Körper. Da finden unglaubliche chemische Reaktionen statt. Die Wirkung einer vorgestellten Handlung z. B. ist fast identisch mit der von tatsächlich durchgeführten Handlungen.
Ich habe nur 1 und 1 zusammengezählt und bin überzeugt, dass diese Erkenntnisse, angewandt auf die Stärkung der gesamten Persönlichkeit, noch effektiver sein müssen, zum einen für die emotionale Stabilität und zum anderen als Grundlage für das Lernen überhaupt, auch in der Schule.

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Wie verschwinden die Monster im Kinderzimmer?

Bildquelle: Harry Hautumm / pixelio.de

Neulich war es mal wieder soweit: Bei einem meiner Vorträge erzählte eine Mutter, dass ihr Kind Angst vor Monstern unterm Bett habe und deswegen nicht einschlafen könne. Sie habe schon alles versucht, auch das empfohlene gemeinsame „Monster-vertreiben“. Nur – es hat nichts gebracht. Das Kind schlief trotzdem nicht. Diese Geschichte höre ich in Abwandlungen immer wieder. Ich weiß nicht, wer als Erste auf die Idee mit dem gemeinsamen Vertreiben kam, aber sie hat sich herumgesprochen und wird seit langem angepriesen – relativ erfolglos. „Warum funktioniert das nicht?“ fragte mich die Mutter. „Es ist doch eigentlich so einleuchtend und entspricht Ihren Ansätzen, dass das Kind handelt und dem Körper damit signalisiert: Es ist jetzt weg. Du kannst schlafen!“

Stimmt. Auch ich empfehle den Eltern immer wieder, die gewünschte Wirkung für ihr Kind sinnlich erlebbar zu machen, z. B. die Bilder des Tages loszulassen, indem es sie an den Schwanz des Drachen bindet und den fliegen lässt (Hörbuch: „Reise zum See der tausend Träume“). Dabei macht es sogar wenig Unterschied, ob die Handlung tatsächlich vorgenommen oder wie bei den Fantasiereisen nur imaginiert wird, die chemischen Prozesse im Körper und die damit einhergehenden Empfindungen sind annähernd die gleichen. Der entscheidende Unterschied liegt im Fokus: Beim Monster-vertreiben konzentriert sich die Suche und die Vertreibung auf das Element, was das Einschlafen verhindert. Wenn dann das Kind im Bett liegt, sind die Bilder des Monsters immer noch präsent oder die Furcht davor, es könne zurückkommen oder ähnliches. Deshalb schlage ich vor, die Monstervertreibung abzuschaffen oder nur ganz kurz zu gestalten. Dann aber unbedingt eine Übung, Imagination oder Fantasiereise anschließen, bei der der Fokus auf etwas gelegt wird, das den Schlaf herbeiführt. Hier ein paar Anregungen:

– Die Vorstellung, wie sich das Sandmännchen auf den Weg macht, den Sand streut und den Schlaf bringt, sobald die Augen geschlossen sind.

– Die Vorstellung, wie der Traumbär seinen Sack mit Träumen schleppt und das Kind hineingreifen lässt. Es erwischt den Traum, der für es gedacht ist, und der sich natürlich nur zeigt, wenn es einschläft.

– Die Vorstellung, wie die Bettfedern, sobald das Kind eingeschlafen ist, sich rundherum zu einem wunderbaren Schloss auftürmen, in dem das Kind die ganze Nacht geborgen ist und der Prinz/die Prinzessin ungestört träumen kann.

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Wie rede ich am besten mit meinem Kind vor dem Einschlafen?

Zu den wichtigsten Momenten des Tages zählt die Zeit vor dem Einschlafen, wenn Mama oder Papa noch am Bett sitzen und ganz nah sind, wenn sie nichts anderes tun, als zuhören, reden, etwas vorlesen oder singen, also ihre möglichst ungeteilte Aufmerksamkeit ganz dem Kind schenken. Kein Wunder, dass Kinder diesen Moment so lange wie möglich hinauszögern wollen. Eltern, die sich dessen bewusst sind und den Tag abschließen wollen, indem sie mit ihrem Kind noch einmal besprechen, was denn so am Tag alles passiert ist, sollten um die Klippen wissen, die beim Gute-Nacht-Gespräch den Weg in den Schlaf versperren können. Zum einen kann es passieren, dass das Kind – im Grunde schon zufrieden und müde – wenn es in Gedanken den Tag noch einmal Revue passieren lässt, sich an etwas erinnert, das z. B. am Morgen im Kindergarten geschah und es sehr verletzt hat. „Der Timo hat meinen Turm kaputt gemacht. Der ist immer so gemein zu mir.“ Und die Erinnerung an den Ärger lässt den Ärger selbst wieder hochkommen und schwupps ist es hellwach und fast wieder genauso aufgeregt wie am Morgen.

Was tun? Das war nicht im Sinne des wohlmeinenden Vaters, der teilhaben wollte an den Erlebnissen seiner Tochter und nun ein aufgeregtes Kind so beruhigen muss, damit es einschlafen kann. Eltern haben verschiedene Strategien für den Umgang damit:

1. Das Gespräch vermeiden: Das kann dann sinnvoll sein, wenn es damit nicht völlig unter den Tisch fällt, sondern z. B. zu einem etwas früheren Zeitpunkt stattfindet, wie beim Abendessen oder kurz davor oder danach.

2. Beschwichtigen und möglichst schnell vom Thema ablenken: Diese Eltern bevorzugen Sätze wie „Ja, das war echt gemein vom Timo. Am besten du spielst morgen mit einem anderen Kind“ oder „Na, so schlimm ist das doch nicht. Dann gehst du zu Frau Müller – die hilft dir. Und dann baust du den Turm eben wieder auf.“ Eltern möchten ihren Kindern gerne mit solchen Aussagen den Rücken stärken (Dein Ärger ist berechtigt!) und bieten sofort eine mögliche Lösung an. Daraus spricht auch eine gewisse Hilflosigkeit. Eltern können das Leid nicht ungeschehen machen, auch wenn sie es noch so sehr möchten. Und weil sie sehr gut wissen, wie schlimm es sich anfühlen kann, möchten sie diesen Schmerz möglichst schnell vergessen machen. Doch die vermeintlich gute und schnelle Lösung wird vom Kind nicht immer angenommen. Oder es bleibt ein unbefriedigendes Gefühl beim Kind zurück, denn das Thema ist vom Tisch, aber der Ärger noch im Bauch spürbar. Wie soll man da einschlafen? Ich empfehle Eltern in diesem Fall, dem Drang nach Hilfsangeboten zu widerstehen und stattdessen zu versuchen, die Gefühle des Kindes in Worte zu fassen. Das ist leichter gesagt als getan. Vielen Eltern fällt es schwer, zunächst nichts anderes zu sagen als z. B. „Da hast du dich aber richtig geärgert.“ „Du bist immer noch wütend auf Timo, nicht wahr?“ „Ich sehe, wie enttäuschst du von deinem Freund bist.“ oder ähnliches.  Aber genau das führt zu dem Ergebnis, dass das unangenehme Gefühl verwandelt werden kann. Es bekommt einen Namen: Ärger, Wut, Enttäuschung, Trauer usw. Und das Kind fühlt sich verstanden oder aber es hat die Möglichkeit, zu korrigieren. „Nein, ich bin sauer, nur traurig.“ In jedem Fall liegt der Fokus nicht auf dem Verursacher und wie böse, doof oder gemein der ist, sondern darauf, was es bei dem Kind selbst auslöst. „Bei sich bleiben“ heißt es und verhindert, dass Eltern und Kinder sich in Verurteilungen anderer verstricken, die in der Regel dazu führen, dass das eigene Kind selbst andere verletzt, indem es bei passender Gelegenheit Sätze wiederholt wie „Du bist doof!“ Fühlt sich das Kind angenommen und verstanden in seinen Gefühlen, kann es sie anschließend leichter loslassen. Dabei helfen Hinweise wie: „Das war heute morgen. Jetzt bist du hier in deinem warmen Bett, bei mir. Es ist vorbei.“ Also wieder den Fokus auf das Hier und Jetzt legen und so deutlich machen, dass es wenig hilfreich ist, das belastende Gefühl weiter wach zu halten.

Übrigens habe ich selbst bei meiner Tochter, als sie noch klein war, erlebt, wie befreiend es sein kann, nur das Gefühl stellvertretend für das Kind in Worte zu fassen. Als sie sich einmal sehr verletzt fühlte, sprach ich es für sie aus. Sie schaute mich erstaunt an, sagte: „Stimmt!“, drehte sich um und ging. Es war alles, was sie in diesem Moment brauchte.

3. Eltern gehen gerne noch einen Schritt weiter und versuchen, den Blick des Kindes dafür zu schärfen, wie es selbst dazu beigetragen hat, dass Timo so gemein wurde. „Hast du denn etwas getan, was den Timo geärgert hat?“ oder „Warum war denn Timo so gemein zu dir, was meinst du?“ Ich bin nicht überzeugt, dass dies ein guter Weg ist – insbesondere je jünger die Kinder sind. Von hier aus ist es nur ein kleiner Schritt zur Schuldfrage. Eltern kennen das: „Wer hat angefangen?“ „Die ist aber schuld!“ und dergleichen unfruchtbare Statements verhärten die Fronten. Keiner fühlt sich verstanden und jeder zieht sich in sich selbst zurück – beleidigt, verletzt und ggf. unnahbar. Erst wenn Kinder gelernt haben, ihre eigenen Gefühle wahrzunehmen und zu verstehen, können sie mit der Zeit den Blick für die Gefühle des anderen öffnen und bringen dann das nötige Verständnis für andere mit.

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Was lese ich am besten vor dem Einschlafen vor?

Eine Frage, die sich Eltern oft stellen. Eine andere Frage, die sie sich jedoch nicht stellen, scheint mir mindestens ebenso wichtig: Wie lese ich am besten vor? Das klingt erst einmal merkwürdig. Ist es aber nicht, wenn bedenkt, was beim Vorlesen oft passiert. Ich denke dabei vor allem an die Kinder, die schon ganze Bücher mit durchgehenden Geschichten oder Erzählungen „lesen“. Da heißt es dann in der Regel vor dem Einschlafen: Noch ein Kapitel, noch zwei Kapitel oder sogar mehr. Nun haben Autoren die gemeine Angewohnheit, am Ende eines Kapitels einen sogenannten Cliffhanger einzubauen. Das ist ein kleiner Trick im Aufbau einer Geschichte, der für Spannung sorgt. Denn ein neues Problem, eine Frage, ein zusätzliches Hindernis taucht auf oder irgendetwas, von dem wir Leser unbedingt wissen wollen, wie das nun ausgeht. Diese Cliffhanger sind vielfach dafür verantwortlich, dass viele Kinder, die schon selber lesen, die halbe Nacht mit Taschenlampe unter der Bettdecke verbringen. Wir kennen das alle: Wie kann man aufhören, wenn es so spannend wird?

Eltern, die vorlesen und sich am Ende des vereinbarten Kapitels stets mit Betteleien auseinandersetzen müssen, dass doch wenigstens noch ein weiteres Kapitel vorgelesen werden muss, sollten anders vorgehen. Am besten ist es nämlich keine Kapitelzahl zu vereinbaren, sondern eine Uhrzeit, z. B. „Ich lese eine Viertelstunde vor, dann wird das Licht ausgemacht!“ Sie ahnen es schon. Der Vorteil ist: Sie können an der Stelle aufhören, wo eine Szene befriedigend abgeschlossen ist. Ob dabei das Vorlesen nun 14:50 Minuten oder 15:10 Minuten dauert, spielt keine Rolle. Das Kind wird nicht oder nicht so sehr auf die Folter gespannt, was denn noch kommen mag, sondern kann beruhigter diesen Teil der abendlichen Rituale abschließen und einschlafen.

Wer im Übrigen die Zeit von Anfang an recht konstant (Mit Ausnahmen, versteht sich.) hält, hat den Vorteil, dass er sich nerviges Rumdiskutieren auf Dauer erspart.

Und wer nun noch wissen möchte, was er lesen soll, dem sei gesagt, dass es natürlich grundsätzlich gut ist, wenn die Auswahl für die gute Nacht nicht zu aufregend ist. Achten Sie darauf, worauf Ihr Kind besonders heftig reagiert und welche Themen es sehr beschäftigen – diese Bücher sind dann besser für andere Tageszeiten geeignet. Falls Ihr Kind leicht erregbar ist und sich noch viele Gedanken im Bett macht, wählen Sie für das abendliche Vorlesen grundsätzlich besser Bücher aus, in denen nur Kurzgeschichten stehen, wo sie also eine abgeschlossene Geschichte vorlesen können.

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Wie können Eltern ihren Kindern das Einschlafen erleichtern?

von Petra Katharina

Bildquelle: I.Friedrich / pixelio.de

„Mama, ich kann nicht einschlafen.“ Die zehnjährige Joanna stand zum dritten Mal an diesem Abend in der Wohnzimmertür und es war nicht zu übersehen, wie  ihrer Mutter Andrea bei diesen Worten der Hals anschwoll und sie gleich platzen würde.

Das war im Dezember 2011, als ich mehrere Wochen bei einer Kollegin und allein erziehenden Mutter einer Tochter in Düsseldorf zubrachte. Dankbar für die unkomplizierte und äußerst gastfreundliche Aufnahme in ihrem Haus, wollte ich mich gerne revanchieren und sah meine Chance gekommen, als sich das Drama zwischen den beiden allabendlich vor meinen Augen wiederholte. Sie hatten ein hartes Jahr hinter sich: mehrere Todesfälle und Querelen in der Familie, finanzielle Sorgen und schulische Probleme. Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie das an den Nerven einer Alleinerziehenden zehrt. Also bot ich an, Joanna beim Schlafengehen zu begleiten und beide nahmen dankbar an.

Vorbereitung durch gezielte Atmung und autogenes Training

Dies war der Beginn einer neuen wundervollen Entwicklung – und zwar nicht nur für Joanna, sondern auch für mich. Meine beruflichen Wege – über inzwischen mehr als 30 Jahre – hatten mich von der Ausbildung und Tätigkeit als Erzieherin, über ein Philosophie- und Germanistikstudium zum namibischen Radio geführt, wo ich vier Jahre lang Kinder- und Literatursendungen entwickelte und moderierte. Gleichzeitig begann ich mit dem Schreiben, das bis heute den Schwerpunkt meiner Arbeit bildet. Nach einigen Jahren in einer Bonner Agentur für Film, Funk und Fernsehen habe ich mich 2006 selbstständig gemacht und arbeite seitdem als Autorin, Ghostwriter, Texterin, Sprecherin, Hörbuchproduzentin und Verlegerin. Immer wieder Neues zu wagen, zu meditieren und Geschichten zu erzählen – das alles ist für mich wesentlicher Teil meines spirituellen Lebens, das ich in diesen Wochen mit Joanna teilte.

Ich beobachtete, dass das Mädchen „falsch“ atmete, ihr Bauch wurde flach beim Einatmen und wölbte sich beim Ausatmen. Ich zeigte ihr, wie sie richtig atmet und bat sie, immer wieder im Laufe eines Tages ihre Aufmerksamkeit darauf zu richten und für ein paar Sekunden bewusst richtig – also genau umgekehrt – zu atmen. Sie war glücklicherweise mir gegenüber sehr aufgeschlossen und ließ sich auf alles ein. Das erste Mal, als ich dann an Joannas Bett saß, bemerkte ich ihre kalten Hände und Füße. Ich begann mit kleinen Atemübungen im Liegen und Übungen aus dem autogenen Training, bei denen sich die Aufmerksamkeit nach und nach auf alle Körperteile richtet und ein wohliges und warmes Gefühl den Körper durchströmt. Für alle, die es ohne viel Training oder Workshopbesuche ausprobieren wollen, reicht es schon mit dem Beispielsatz „Ein wohliges Gefühl strömt durch deinen Körper, zuerst in die Oberarme, dann in die Unterarme und jetzt in die Hand.“ weiterzuarbeiten. Dann kann man ihn langsam und mit Pausen gesprochen auf alle Körperteile anwenden. Das Kind liegt dabei mit geschlossenen Augen auf dem Bett und überlässt sich dieser Vorstellung. Allein durch diese wenige Minuten dauernde Übung wurde Joanna sichtlich entspannter und ruhiger, die Gliedmaßen waren anschließend warm und gut durchblutet.

 

Aus der Geborgenheit heraus auf individuelle Fantasiereise gehen

Jetzt war der Boden vorbereitet, um sie in eine Meditation in Form einer Fantasiereise zu führen. Entscheidend dabei ist zunächst ein Bild von einem Ort zu erzeugen, in dem „der Reisende“ absolute Ruhe, Frieden und Glück empfindet. Was bietet sich da mehr an, als die Natur. Da es ein vollkommen persönlicher Ort ist, darf der Führende diese Natur nicht konkret ausmalen, sondern muss der Fantasie größtmöglichen Spielraum geben, ihn selbst zu erschaffen. Das gelingt mit allgemeinen Begriffen wie schön, wundervoll, harmonisch, friedlich usw. So kann das meditierende Kind ein Gefühl der allumfassenden Geborgenheit in der ihm eigenen Natur entwickeln. Dies bildet die Basis auf der eine Weiterreise in der Fantasie möglich wird.

Über die Wirkung von Visualisierungen auf Körper und Geist, über die Bedeutung des Schlafes für die Erinnerung an Positives und für die Verfestigung von Lerninhalten gibt es im Übrigen eine Vielzahl von Studien. Demnach sind Imaginationen ebenso wirksam wie tatsächlich durchgeführte Handlungen. Diese Erkenntnis kann man sich in Fantasiereisen zunutze machen.

Im Laufe der Zeit, die ich mit Joanna und Andrea verbrachte, erfand ich mehrere Fantasiereisen. Joanna – und später noch andere Kinder – halfen mir, die Geschichten weiter zu entwickeln, selbst als ich schon längst nicht mehr in ihrem Haus wohnte. Es war das schönste Geschenk für mich mit anzuschauen, wie schon nach kurzer Zeit die Einschlafprobleme verschwanden und Joanna sichtlich entspannter und in der Schule besser wurde. Der Schritt von Joannas Bett ins Tonstudio kam für mich fast zwangsläufig, denn ich hatte zuvor schon einige Male geführte Meditationen aufgenommen. Die Ergebnisse stellten mich jedoch erst jetzt wirklich zufrieden. Die Anforderungen an eine wirksam geführte Meditation fast diametral den Anforderungen an gutes Geschichtenerzählen entgegengesetzt. Der meditative Zustand lässt sich besser herbeiführen, wenn bestimmte Worte gesteigert und wiederholt werden, z. B. „Du wirst immer ruhiger und ruhiger. Ein tiefer Friede breitet sich in dir aus. Du spürst ihn immer tiefer und tiefer.“

Die Gute-Nacht-Meditationen für Kinder, die seit den Abenden mit Joanna in meinem Verlag atemwort erschienen sind, folgen alle einer Struktur: Nach den schon beschriebenen Schritten kommt ein Moment, wo das Kind Situationen des vergangenen Tages oder wiederkehrende belastende Erlebnisse aus der sicheren Distanz des Beobachters betrachten und auf kindgerechte, bildhafte Weise verabschieden kann, zum Beispiel indem es die Bilder des Tages an den Schwanz eines Drachen bindet und ihn fliegen lässt. So befreit kann es sich voll Vertrauen den folgenden kraftvollen und schönen Bildern überlassen, deren wohltuende Wirkung sich entfalten und im Schlaf vertiefen kann.

Zuhören und reden ohne zu urteilen

Viele Eltern führen auch ohne autogenes Training oder Meditation ein Gespräch mit ihren Kindern vor dem Einschlafen, in dem sie die Ereignisse des Tages reflektieren. Ein wichtiger Moment, der Kindern hilft, das Erlebte zu verarbeiten. Das gelingt umso besser, je mehr Geborgenheit sie in dieser Situation erfahren, also auch keine Angst haben müssen, etwas zu erzählen, weil sie ahnen, dass Vater oder Mutter dies nicht gutheißen würden. Eltern sind daher  gut beraten, wenn sie an dieser Stelle einmal auf das Urteilen und Verurteilen, das Werten und Bewerten verzichten. Vielmehr sollte stattdessen folgender Gedanke, insbesondere bei belastenden Ereignissen im Vordergrund stehen: „Du kannst das alles jetzt aus der sicheren Distanz des Beobachters anschauen. Es ist vorbei!“ Umgekehrt nämlich machen sich Kinder auch nach dem Gespräch noch viele Gedanken, wenn Eltern zu stark bewerten. „Ist mein Freund böse? Ich hätte mich anders verhalten sollen. Was werden die anderen morgen sagen? Darf ich noch mitspielen?“ usw. An Einschlafen ist bei solchen Sorgen nicht zu denken. Auch Eltern dürfen darauf vertrauen, dass Zuhören (ohne Bewerten) oft schon reicht. Und wenn Kinder nachfragen, ob etwas gut oder richtig, falsch oder böse war, dann wünsche ich den Eltern, die Worte zu finden, die deutlich machen, dass wir alle Menschen sind, die Fehler machen, die lernen und die Dinge unterschiedlich sehen und handhaben. Dass alles, was wir erfahren, uns hilft uns weiterzuentwickeln.

 

Das Richtige lesen

Bildquelle: M. Muchow / pixelio.d

Älteren Kindern wird beim Zubettgehen oft noch erlaubt zu lesen. Grundsätzlich ist dagegen nichts einzuwenden. Allerdings sollten Eltern, deren Kinder schlecht einschlafen können, bei der Auswahl der Lektüre behilflich sein. Romane beispielsweise können sehr nachteilig sein, insbesondere wenn es heißt: Noch ein oder zwei Kapitel! Romanschriftsteller arbeiten mit sogenannten Cliffhangern, das sind Stilelemente, die die Spannung in einer Geschichte am Kapitelende aufrecht erhalten.

Auch hier lohnt es sich , die Zeit, die Ihr mit dem Verhandeln über die Dauer des Lesens verbringt und den Ärger über schlafunwillige Kinder durch eine 20 minütige Fantasiereise zu ersetzen, deren Verlauf Ihr so steuert, dass das Kind am Ende einschlafen kann, um weitere wunderschöne Bilder im Traum fortzuspinnen. Die Kinder nehmen dieses Angebot gerne an, weil es ein unglaublich tolles Erlebnis ist, in sich hineinzusehen und den inneren Reichtum an Bildern zu erfahren.

Anregungen für diese Reisen geben die Hörbücher mit den Gute-Nacht-Meditationen für Kinder, die auch dann eingesetzt werden können, wenn Eltern einmal nicht selbst die Zeit oder Muße dafür finden. Die Hörbücher sind in Dauer, Thema, Sprache, Bildern bis hin zur Verpackung den Bedürfnissen von Kindern angepasst.  Jede CD widmet sich zudem einem speziellen Thema, zum Beispiel „innere Ruhe“, „Macht“ oder „Vertrauen“.

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